Buch Nr. 23 von Micha
Daniel Kehlmann (2008): Die Vermessung der Welt
Mit hintergründigem Humor schilder Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies. Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Er beschreibt ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Phantasie, Kraft und Brillanz.
Das Buch ist echt ein Knüller. Man liest unbewusst grinsend und kann kaum aufhören. Die Verbindungen zwischen den beiden Hauptrollen sind dabei fein und bilden nur den Rahmen für die Darstellung ihrer gegensätzlichen Charaktere: Humboldt als Weltentdecker, Gauß als verschrobene Intelligenzbestie. Beide sind getrieben vom Ziel der Vermessung der Welt. Humboldt radiert weiße Flecken auf dem Globus aus, während Gauß die grundlegenden mathematischen Konstrukte zur Beschreibung der Welt entwickelt.
Das Buch brilliert durch einen genialen Schreibstil. Nur fragt man sich die ganze Zeit ob die beiden wirklich so waren. Die Kritiken auf amazon.de bemängeln insbesondere die “schriftstellerischen Freiheiten” Kehlmanns. Deshalb hier alles zu Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Was wären wir nur ohne Wikipedia?
Wen insbesondere die Leistungen von Gauß interessieren, dem empfehle ich das Buch “Euclid’s Window” von Leonard Mlodinow.


