Heimkehr von Simone
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Hesse
30 Jahre habe ich meinen Opa gekannt, Ende September habe ich ihn zum letzten Mal gesehen. Dieser alte Mann im Rollstuhl war nicht mehr der Mann, den ich lange Jahre als Opa erleben durfte. Mit meinem Opa habe ich Fahrradfahren und Rollschuhlaufen gelernt. Mein Opa machte die dollsten Dinge mit mir und ermöglichte mir viele Träume. Ich durfte Reiten gehen, wir gingen in den Zirkus, bei jedem Besuch fuhren wir ins Wellenbad mit großer Rutsche. Später dann finanzierte er mir meinen Aufenthalt in Amerika und meinen ersten Computer. Einmal sagte er mir: “Mit Deinem Opa kannst Du Pferde stehlen!”
Genauso möchte ich ihn in Erinnerung behalten - im vergangenen Jahr haben sich meine Eltern aufopfernd und liebevoll um ihn gekümmert. Das hat mich stark beeindruckt.


